Leistungsnachweis 2026 – Hitze, Teamgeist und unerwartete Wasserfontänen
- Wo: Steinfurt
- Wann: 20. Juni 2026
- Feuerwehrtechnischer Teil: Vornahme eines Schwerschaumrohres S4 und zwei CRohren, Wasserentnahme aus einem Unterflurhydranten
- Wiederbelebung: Reanimation von vier Personen
- Sportlicher Teil: Staffellauf in Einsatzkleidung
- Fragen: 30 Fragen aus dem Fragenkatalog des VdF NRW
- Teilnehmende: 22 Kameradinnen und Kameraden in zwei Gruppen
Am 20. Juni war es wieder so weit: Der Leistungsnachweis der Feuerwehren im Kreis Steinfurt stand auf dem Programm. Austragungsort war in diesem Jahr die Kreisstadt Steinfurt. Bereits seit April hatten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Freiwilligen Feuerwehr Lengerich auf diesen Tag vorbereitet und regelmäßig für die verschiedenen Disziplinen trainiert.
Die Vorbereitungen begannen jedoch nicht erst am Veranstaltungstag. Bereits am Freitagabend traf sich die Mannschaft an der Feuer- und Rettungswache, um Fahrzeuge und Ausrüstung vorzubereiten. Besonders viel Aufmerksamkeit wurde dabei den Kupplungen der Schläuche gewidmet, die sorgfältig gefettet wurden, um am nächsten Tag möglichst schnell und problemlos kuppeln zu können. Wie sich später zeigen sollte, war diese Vorbereitung vielleicht sogar etwas zu gründlich …
Pünktlich um 6:30 Uhr trafen sich alle Teilnehmenden an der Wache in Lengerich, um gemeinsam nach Steinfurt aufzubrechen. Die Feuerwehr Lengerich war mit einem voll besetzten LF 10, einem MTF sowie einem KdoW vertreten.
Insgesamt nahmen 22 Kameradinnen und Kameraden teil. Die Mannschaft war dabei bunt gemischt: Acht Teilnehmer befinden sich aktuell noch in der Grundausbildung und dürfen daher noch nicht am Einsatzdienst teilnehmen. Auf der anderen Seite standen erfahrene Feuerwehrangehörige, die bereits zum 34. Mal einen Leistungsnachweis absolvierten. Genau dieser Austausch zwischen erfahrenen Kräften und dem Nachwuchs macht die Feuerwehr aus und bietet die Möglichkeit, Wissen und Erfahrungen weiterzugeben.
Da eine Gruppe aus zehn Personen besteht, wurden zwei Gruppen gemeldet. Die beiden verbleibenden Teilnehmer unterstützten in diesem Jahr die Freiwillige Feuerwehr Kattenvenne. Dies zeigt einmal mehr die gute Zusammenarbeit der Feuerwehren im Kreis Steinfurt. Alternativ hätte eine dritte Gruppe gemeldet werden müssen, wodurch mehrere Personen doppelt hätten antreten müssen. Ein 23. Kammerad konnte aufgrund einer Knieoperation wenige Wochen zuvor zwar leider nicht aktiv teilnehmen, unterstützte die Mannschaft jedoch den gesamten Tag über und sorgte als Zuschauer und Unterstützer für zusätzliche Motivation.
Gegen 8 Uhr erreichte die Mannschaft das Veranstaltungsgelände in Steinfurt. Die Parkplatzorganisation war hervorragend vorbereitet und die Einweiser sorgten für eine schnelle Orientierung. Angesichts der angekündigten Temperaturen von deutlich über 30 Grad waren alle froh, bereits um 9:25 Uhr für die feuerwehrtechnische Übung eingeteilt worden zu sein. Schon am frühen Morgen wurde es in der Einsatzkleidung spürbar warm.

Nach der Anmeldung ging es direkt zum Staffellauf. In den vergangenen Jahren gehörte ein gemeinsames Aufwärmprogramm zum festen Ablauf. Darauf wurde in diesem Jahr verzichtet, vermutlich in der Annahme, dass die Temperaturen bereits für ausreichend warme Muskeln sorgen würden. Trotzdem wurde sich vorsichtshalber noch kurz gedehnt.
Beim Staffellauf müssen 450 Meter in Einsatzkleidung innerhalb von 120 Sekunden zurückgelegt werden. Beide Lengericher Gruppen meisterten diese Aufgabe souverän. Gruppe 1 erreichte eine Zeit von 86 Sekunden, bevor Gruppe 2 diese Leistung sogar noch um eine Sekunde unterbot.
Im Anschluss stand der theoretische Teil auf dem Programm. Hier galt es, 30 Fragen aus dem Fragenkatalog des Verbandes der Feuerwehren NRW zu beantworten. Beide Gruppen zeigten ihr Fachwissen und beantworteten sämtliche Fragen fehlerfrei. Eine Leistung, die in den vergangenen Jahren nicht immer gelungen war, da sich meist irgendwo ein kleiner Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen hatte.
Als dritte Disziplin folgte die Reanimation. Dabei wurde an Übungspuppen die Wiederbelebung einer Person im Team durchgeführt. Ziel dieser Station ist es, lebensrettende Handgriffe regelmäßig zu trainieren und zu festigen. Da Reanimationen auch im Feuerwehralltag immer wieder vorkommen können, gilt hier besonders: Übung macht den Meister.


Pünktlich um 9:25 Uhr wurden die Lengericher Gruppen schließlich zur feuerwehrtechnischen Übung auf Bahn 4 aufgerufen. Gruppe 1 begann und absolvierte die gestellte Aufgabe, die Vornahme eines Schwerschaumrohres S4 sowie zweier CRohre mit Wasserentnahme aus einem Unterflurhydranten, ohne nennenswerte Probleme. Mit einer Zeit von 4:11 Minuten blieb die Gruppe deutlich unter der maximal zulässigen Zeit von fünf Minuten.
Anschließend trat Gruppe 2 an. Auch hier lief zunächst alles nach Plan. Doch dann machte sich die besonders gründliche Vorbereitung vom Vorabend bemerkbar: Beim Befehl „Wasser marsch!“ löste sich plötzlich ein B-Schlauch vom Verteiler und sorgte für eine unerwartete Wasserfontäne. Die Gruppe reagierte jedoch besonnen und routiniert. Sofort wurde „Wasser halt!“ gegeben, die Verbindung wieder hergestellt und der Aufbau fortgesetzt. Trotz des ungeplanten Zwischenfalls ließ sich niemand aus der Ruhe bringen. Am Ende stand mit 4:26 Minuten ebenfalls eine erfolgreiche Zeit auf der Uhr.
Damit waren bereits um 9:45 Uhr alle Disziplinen erfolgreich abgeschlossen. Die Erleichterung war groß, endlich die warme Einsatzkleidung gegen kurze Hosen tauschen zu können. Anschließend begann der gemütliche Teil des Tages mit Essen, kühlen Getränken und musikalischer Unterhaltung. Bei bestem Sommerwetter wurde gemeinsam auf die erbrachten Leistungen zurückgeblickt.
Gegen 14 Uhr trat die gesamte Mannschaft gemeinsam mit den beiden Kameraden, die für einen Tag Feuerwehrdienst unter dem Wappen Kattenvennes geleistet hatten, die Heimreise nach Lengerich an.
Besonders freuen konnten sich in diesem Jahr acht Teilnehmer über ihren ersten erfolgreich absolvierten Leistungsnachweis. Außerdem wird ein Kamerad im Rahmen der nächsten Jahreshauptversammlung für seine 35. Teilnahme am Leistungsnachweis besonders geehrt werden.
Nach diesem erfolgreichen Tag blicken wir bereits auf das kommende Jahr und hoffen auf eine noch größere Beteiligung, vielleicht reicht es dann sogar für drei eigene Gruppen aus Lengerich.
